Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Christa Biederbick,
die am 12. April 2026 im Alter von 85 Jahren verstorben ist.

Fotos: Michael Witte
Christa Biederbick war weit mehr als eine international anerkannte Künstlerin – sie war eine prägende Seele, ein schöpferischer Geist und ein unverzichtbarer Teil des kulturellen Lebens in Bahnitz. Als Gründungsmitglied des Kunstvereins Bahnitz hat sie über Jahrzehnte hinweg das künstlerische Miteinander geprägt, inspiriert und mit Herzblut gestaltet.
Seit 1995 war sie eine tragende Kraft im Künstlerdorf Bahnitz – leise, aber eindringlich, bescheiden und zugleich voller Ausdruck. Sie besaß die besondere Gabe, Schönheit im Alltäglichen sichtbar zu machen und andere dazu zu ermutigen, selbst kreativ zu sein.
Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit stand das plastische Menschenbild, das die menschliche Befindlichkeit hinter der äußeren Hülle sichtbar werden ließ: Freude, Trauer, Aggression, In-sich-gekehrt-Sein, Einsamkeit … Sie setzte sich dabei auch mit Themen wie Gesellschaft, der Rolle der Frau, Krieg, Vergänglichkeit und Existenz auseinander. Ihre eigene emotionale Betroffenheit war dabei der Impuls, diese Themen zum Ausdruck zu bringen.
Mit ihr verlieren wir nicht nur eine außergewöhnliche Künstlerin, sondern auch einen warmherzigen Menschen, dessen Blick auf die Welt von Tiefe, Sensibilität und Aufrichtigkeit geprägt war. Ihr Wirken wird in ihren Bildern und Skulpturen, in den Erinnerungen der Menschen und im Geist des Kunstvereins Bahnitz weiterleben.
Die Trauerfeier findet am 23. April um 10 Uhr
auf dem Friedhof in 14715 Bahnitz (Milower Land) statt.
In stillem Gedenken
und großer Dankbarkeit
Der Vorstand des Kunstverein Bahnitz e.V
Jobst Günther
Bodo Rau
Sabrina Jung
Alexandra Weidmann

Christa Biederbick wurde am 17. Dezember 1940 in Balve (Westfalen) geboren und zählt zu den bedeutenden Vertreterinnen einer gegenständlich-realistischen Bildhauerei in Deutschland.
Ausbildung und künstlerischer Werdegang
1958–1962 Studium der Grafik an den Werkkunstschulen Dortmund und Münster
1964–1970 Studium der Malerei an der Hochschule der Künste Berlin bei Hermann Bachmann,
dort 1969 Meisterschülerin
seit 1969 arbeitet sie freischaffend als Bildhauerin in Berlin, ab 1995 in Bahnitz
1976 Mitglied der Künstlergruppe ZEBRA (eine Gruppe, die mit realistisch-figürlicher Kunst gegen den zeitgenössischen Abstraktionstrend auftrat)
1977–1979 Stipendiatin der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom
1991–2001 Professorin für Bildhauerei an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
seit 1991 Ordentliches Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg
seit 2017 Gründungsmitglied Kunstverein Bahnitz e.V.